Freundeskreis Krumhuk





Verein zur Förderung der landwirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in Namibia
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Kurzbericht aus Krumhuk im Juni 2009 (Ulf-Dieter Voigts)

Wir konnten in Krumhuk mit viel Wasser – der Hausdamm war fast voll – und einer grünen Weide das neue Jahr beginnen. Es gab zwar nach dem anfänglich guten Regen eine längere Pause über die Weihnachtszeit aber der Regen kam wieder und bescherte uns dann mit insgesamt 500 mm Regen, verteilt über fast 5 Monate. So was gibt es selten hier im Lande und dementsprechend haben wir das viele Gras und das viele Wasser sehr genossen. Wir konnten eine Rekordheuernte einfahren und einfach mal aufatmen. Jetzt im Winter sieht das ganze Land so schön aus mit den gelben Grasflächen und den immer noch grünen Akazien – so typische Afrikafarben.

Das Vieh hat diese üppige Zeit auch sehr genutzt und sieht gut aus. So wird es auch viele Kälber geben. Leider verzeichnen wir schon wieder zu hohe Verluste unter den Kälbern, denn die Raubkatzen schlagen nach wie vor zu. Unser Praktikant Arne konnte einen Geparden erlegen, was aber nicht gerade das Problem gelindert hat. Wir haben eine Leopardin im letzten Jahr mit Senderhalsband versehen und sind ihr damit ständig auf der Spur. Soweit scheint es sicher, dass sie keine Kälber frisst!

Das Projekt Rinderhüten mussten wir leider einstellen nach einer doch erfolgreichen Anfangsphase. Leider hielten die Menschen, die es gemacht haben, nicht durch und so werden wir die Sache anders angehen müssen. Das Stichwort hier ist die Ausbildung. Wir sind aber immer noch der Meinung, dass dieses Hüten für die Zukunft das Richtige ist.

Das Wild genießt auch das viele Futter. Besonders die Springböcke haben sich gefreut, als in der Goldenen Aue das hohe Gras endlich gemäht war, denn dann bekamen sie einen besseren Überblick über die Raubkatzen. Die Kudutollwut hat wohl ausgewütet und der Bestand kann sich endlich erholen. Wir haben in diesem Jahr auch einige Jäger, die meisten von ihnen in größeren Gruppen, sodass sich die Trophäenjagd auf eine kürzere Zeit beschränkt.

Leider ist unser Hauptbohrloch, Regenstein, für unser Gehöft vor 3 Wochen so schwach geworden, dass wir es nicht mehr nutzen können. Da es gerade Winter ist und damit der Wasserverbrauch relativ gering ist, kommen wir so gerade hin mit dem Wasser hier, ohne Pflanzen eingehen zu lassen. Immerhin können wir uns noch waschen. Der Grund scheint das benachbarte Windhoek zu sein, wo so viel Grundwasser entnommen wird, dass es sich hier im Wasserspiegel stark bemerkbar macht. Nun müssen wir so schnell wie möglich eine neue Stelle, eine Bohrmaschine und das Geld finden, damit wir hoffentlich bis zu unserem Frühling wieder genügend Wasser haben.
 
Im sozialen Geschehen des Hofes hat man die Veränderungen schon gemerkt. Kines „Ausstieg“ hat Platz geschaffen für neue Mitarbeiter, und so war die neue Konstellation der Bewohner und Mitarbeiter zu Anfang orientierungsbedürftig. Hier bleibt weiter Raum für neue Entwicklungen. Unsere Praktikanten Helena und Frederic werden uns nun im Juli nach einem Jahr wieder verlassen. Es kommen aber auch wieder neue, und außerdem haben Verena und Arne ein Jahr verlängert. Große Freude und ein besonderes Ereignis war dann Kines Rückkehr und ihre Weihe hier in der Christengemeinschaft in Windhoek, wo sie nun auch als Priester tätig sein wird.

An der Landbauschule bei uns ist der erste Kurs von 3 Monaten erfolgreich abgeschlossen und 23 Lehrlinge machen nun den Zweijahreskurs weiter. Dieses Projekt macht viel Freude, besonders durch die Mitarbeit im Unterrichten vieler Farmer und anderer Praktiker. Ein kleiner Garten ist inzwischen entstanden, und die ersten 3 Milchkühe geben gut Milch für den Unterricht im Milchverarbeiten. Momentan wird noch an einem Wohnhaus für unseren Projektleiter Andreas Fellner und seine Familie gebaut. Danach sollten die Bauarbeiten endgültig abgeschlossen sein.

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