Freundeskreis Krumhuk





Verein zur Förderung der landwirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in Namibia
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Bericht Dezember 2009

Bei 35° Celsius im Schatten verbringen wir nun diese Weihnachtszeit. Das ist ganz normal hier, bloß fällt uns das Einstimmen auf Weihnachten nicht ganz leicht. Auch für Pflanze, Mensch und Tier ist es eine anstrengende Jahreszeit. Und so hat es unser Vieh draussen, sprich die Mutterkuhherde, auch nicht leicht. Sie sehen jetzt am Ende des Jahres mager aus, trotz noch genügend vorhandender Weide. Man sieht eben, dass die Futterqualität nicht gut war und ist, da es während der Wachstumsperiode zu wenig Sonne hatte, um dem Gras die nötige Nährkraft zu geben. Immerhin hielten sich die Kälberverluste in Grenzen, da die Raubkatzen sich vorerst etwas zurückgezogen hatten. Aber sie werden wieder kommen, und so harren wir der Dinge.

Die Milchkuhherde, unser Herzstück hier auf dem Hof, leidet auch an der schwachen Futterqualität. Dazu kommt eine geringere Grünfutterproduktion, bedingt durch die Wasserknappheit der letzten Monate. Demzufolge ist auch die Milchproduktion zurück gegangen. Man sieht mal wieder in dieser Jahreszeit, wie wichtig die nächste Regenzeit sein wird. Wir hoffen, dass wir auf sie nicht zu lange warten müssen.

Das Thema Wasser hat uns in diesem Jahr sehr beschäftigt. Nachdem unserem Gehöft Wassermangel drohte und wir sogar eine neue Bohrung machen mußten, entdeckten wir einen tückischen technischen Fehler, nach dessen Behebung das Wasser aus dem alten Bohrloch wieder lief. Dieser schmerzliche Prozess hat uns noch bewusster im Umgang mit dem Wasserverbrauch gemacht. Es wurden gleich die ersten undichten und leckenden alten Wasserreservoirs und – leitungen ersetzt. Der Wasserverbrauch wird jetzt vermehrt durch Wasseruhren kontrolliert. Leider ein zu langsamer Prozess, da der Einbau von Wasseruhren sehr teuer ist.

Aber es gab auch eine erfreuliche Entwicklung zum Thema Wasser. Vor kurzem konnten wir für 3 Tage einen Raupenschlepper für wenig Geld bekommen, der uns einen kleinen Damm in das „Zwillingsrevier“ geschoben hat. Das wird, so es regnet, die Wassersituation am Gehöft erleichtern.

Der Wildbestand hält sich ganz gut, bis auf die Springböcke, die sich weg von Krumhuk anderswo im Hegegebiet z.Zt. aufhalten. Wir hoffen, dass sie bald wieder zurück kommen. Jagdlich waren wir erfolgreich und konnten viele Jäger mit guten Trophäen zufriedenstellen

Unser jüngstes Projekt, die Landbauschule „Agricultural Training Centre Krumhuk“, (ATCK), wächst und gedeiht. Die Bauarbeiten sind abgeschlossen, und das erste Lehrjahr ist gut zu Ende gegangen. Von 21 Schülern müssen uns nun 8 verlassen, da wir nur maximal 13 Lehrplätze für das zweite Lehrjahr haben. Es stehen nämlich die nächsten 25 Kandidaten vor der Tür, die im Februar ihr erstes Lehrjahr beginnen. Dann ist unsere Ausbildungstätte voll ausgelastet. Für Krumhuk bedeutet das nächste Jahr auch wieder eine neue Herausforderung, da Ralph den praktischen Teil übernehmen wird, und wir hier in Krumhuk uns mehr und mehr umorientieren müssen auf einen Lehrbetrieb. Das doch sehr kleine Grundstück der Landbauschule reicht nicht aus, um den Schülern eine gute praktische Ausbildung bieten zu können.

An der Grundschule in Aris konnten wir Dank grosser Spenden eine Wasseraufbereitungsanlage bauen, die den täglichen hohen Wasserverbrauch reduzieren soll, indem das aufbereitete Wasser für Toiletten und Grünanlagen benutzt werden kann.

Norbert Neumann starb am 18.September nach kurzer schwerer Krankheit in Deutschland, wo er operiert werden sollte. Wir vermissen ihn sehr auf Krumhuk. Sein Haus war auch für unsere jungen Leute ein beliebter sozialer Mittelpunkt. Im Betrieb war es wunderbar für uns, einen Menschen zu haben, der sich um die tausend nicht funktionierenden Kleinigkeiten kümmerte – auch da vermissen wir ihn täglich.

Der Kindergarten ist z.Zt. 9 Kinder „stark“, 8 kleine Jungs und ein Mädchen, die Lavinia, die sich tapfer in diesem Jungshaufen hält. Christiane von Borstel hat den Kindergarten im September übernommen und führt ihn liebevoll mit Petra Storholts Beratung.

Unser Schulkinderprojekt scheint sich auf ein überschaubares Mass einzuschaukeln. Insgesamt 21 Kinder haben wir täglich nach Windhoek zur Waldorfschule gefahren. Nun haben Dirk und Jane Bockmühl die Schulzeit erfolgreich abgeschlossen, Judith kommt in die 13. Klasse, und Daniel kommt ab Januar mit in die Schule. So werden es 12 „Arbeiterkinder“ und 8 „eigene“ sein, die wir im nächsten Jahr zur Waldorfschule bringen. Dabei hilft uns unser neuer Schulbus, – ein 15 Sitzer, – den wir Dank einer großzügigen Spende des „Weltwärts“ Begleitprogramms kaufen konnten. Jahrelang hatten wir uns so ein Fahrzeug gewünscht.

Unsere Praktikanten und freien Mitarbeiter sind z.Zt. Verena Bommes und Arne Harms, die sich entschlossen hatten, ein zweites Jahr mit stärkerer betrieblicher Verantwortung zu bleiben, Christiane von Borstel und Fabian Erbacher, die über das „Weltwärts“ Programm hier sind und dann Florian aus Südtirol, ein Mann für alles, der hier 3 Monate bis Ende Januar mitarbeitet.

Familie Fellner ist in ihr neues Haus in Aris umgezogen, Familie Storholt bewohnt nun deren ehemaliges Wohnhaus, und Familie Mehnert kämpft mit den Affen und ihrem neuangelegtem Garten. So ist ständig Bewegung im sozialen Leben von Krumhuk.

Wir möchten uns ganz herzlich für alle Unterstützung im letzten Jahr bedanken! Sie ist eine riesige Hilfe für unsere vielerlei Vorhaben, über die wir heute nur einen kurzen Überblick geben wollten.

Mit den besten Wünschen für eine gesegnete Weihnachtszeit,

Eure Krumhuker

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